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	<description>Politik-Wissenschaft(s)kultur-Philosophie-Gesellschaft</description>
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		<title>BRD, EU, NATO, Lissabon &amp; Co – Ein polemischer Querschnitt.</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 17:58:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>verhinderter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da ist es wieder. Das Unvermeidliche. Es kommt auf uns zu. Rollt über uns hinweg. Wie soll man so etwas aufhalten? So, oder so ähnlich, werden sich vielleicht auch viele Bürger Ende der zwanziger Jahre, Anfang der dreißiger des letzten Jahrhunderts gefühlt haben. Der Nationalsozialismus breitete sich damals in Deutschland aus. Er kam von oben. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=111&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Da ist es wieder. Das Unvermeidliche. Es kommt auf uns zu. Rollt über uns hinweg. Wie soll man so etwas aufhalten? So, oder so ähnlich, werden sich vielleicht auch viele Bürger Ende der zwanziger Jahre, Anfang der dreißiger des letzten Jahrhunderts gefühlt haben. Der Nationalsozialismus breitete sich damals in Deutschland aus. Er kam von oben. Die Menschen jedoch standen darunter, schauten in den brauner werdenden Himmel. „Wie soll man so etwas aufhalten?“, fragten sich einige…</p>
<p style="text-align:justify;">Glücklicherweise ist das alles Vergangenheit. Wir schreiben das Jahr 2009, es ist keine braune Masse in Sicht. Der Himmel strahlt blau. Oder wie auch immer man das Strahlen von `Depleted Uranium Munition` (DU) beschreiben kann. Diese segensreiche Erfindung unserer Zeit erspart es den westlichen Regierungen auf lange Sicht, die Altersversorgung ihrer Soldaten zu übernehmen, welche im Augenblick unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen. Die Chancen nämlich, dass ein großer Teil dieser Menschen an Krebs verreckt, bevor irgendwelche Altersbezüge fällig werden, ist ziemlich hoch. Ebenfalls nützlich für die Staatskassen: Zukünftige Reparationszahlungen dürften ebenfalls recht schmal ausfallen, da die Strahlung von Plutonium und Uran die Zivilbevölkerung des bekriegten Landes genau wie deren Soldaten garantiert noch mehr schädigt als die eigenen Truppen. Der afghanische Bauer wird garantiert nicht ins Bundeswehrkrankenhaus nach Koblenz geflogen, um stolz seine ersten Hämatome vorzeigen zu dürfen…</p>
<p style="text-align:justify;">Doch müssen wir uns darüber ja bald keine Sorgen mehr machen. Zumindest nicht in unserer Wunderrepublik. Das Mandat für Afghanistan läuft bald aus, und da Barack Obama diesjährig Friedensnobelpreisträger ist, wird er wohl kaum im gleichen Jahr nach mehr deutschen Truppen verlangen, oder? Ach ja, sicher. Da ging es ja nicht um reale Politik, die belohnt und betont werden sollte, sondern lediglich um das, was sich Herr Obama abends beim Einschlafen so wünscht. Wir jedenfalls denken über einen völligen Rückzug aus Afghanistan sehr intensiv nach. Vor allem während der Bundestagswahl. Aber die ist ja auch schon wieder gelaufen. Wir haben wieder eine neue, alte, rechte Regierung, die 405 neuen Panzer für unsere „Starke Truppe“ waren aber bereits vor der Wahl bestellt. Laut Mama Merkel eben auch für zukünftige Einsätze der Truppe. Im Namen des Friedens. Und der Konjunktur. Immerhin haben wir den dritten Platz unter den Waffenschmieden der Welt wieder erfolgreich verteidigt. Und den Waffenexport um rund dreißig Prozent gesteigert, im Vergleich zu den ersten Jahren des zweiten Jahrtausends.</p>
<p style="text-align:justify;">Verlassen wir das Thema Krieg wieder. Wenden wir uns lieber den Künsten zu. Der diesjährige Nobelpreis für Literatur ging an Herta Müller!!! Ist das nicht Wahnsinn?!? Endlich. Millionen Menschen haben darauf gewartet, dass unsere Herta endlich die verdiente Anerkennung bekommt! Oder doch nicht? Wer, zum Henker, ist diese Herta Müller? Offen gestanden: Keine Ahnung. Aber etwas ließ sich nach kurzer Recherche dann doch herausfinden. Sie ist eine Deutsch-Rumänin, die über ihre wunderschöne, leider nicht mehr deutsche, Heimat schreibt. Die Preisvergabe soll ein Hinweis darauf sein, &#8222;wie wertvoll das kulturelle Erbe der Deutschen aus dem Osten ist&#8220;, erklärt die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach (CDU): &#8222;Es gilt, dieses Erbe zu bewahren und zu fördern.&#8220; Das Deutschland und die Welt, hier vertreten durch das Nobelpreis-Komitee, die versprengten Söhne und Töchter Deutschlands nie vergessen hat, sollte auch der Herr Klaus aus Tschechien besser nicht übersehen oder vergessen, bevor er irgendein, womöglich unüberlegtes, Statement zum Lissabon-Vertrag hervorbringt. Deutschland ist überall. Auch in Teilen Tschechiens. Man muss nur etwas lauter rufen…</p>
<p style="text-align:justify;">Aber im Grunde besteht ja kein Zweifel daran, dass die ihren, pardon, dass wir unseren Vertrag bekommen. Falls dies Wirklichkeit werden sollte, bekommt Deutschland erstmalig seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine recht ansehnliche Armee… Und bezahlt wird die auch noch von den anderen! Zumindest zum Teil. Das, nach Inkrafttreten des Vertrages, zu schaffende Außenministerium der EU wird schon recht genau wissen, was mit den vereinigten europäischen Heeren zu tun ist. Die gewichtigste und derzeit lauteste Stimme in der EU ist die der BRD. Wird dies durch den Lissaboner Vertrag in Stein gemeißelt, könnten auch die Stimmen der deutschtümelnden Minderheiten anderer Länder noch unangenehmer, lauter und schriller werden. Selbiges könnte natürlich auch im Falle einer Unterschriftenverweigerung Tschechiens passieren…</p>
<p style="text-align:justify;">Interessant wird sein, wie sich das transatlantische Bündnis mit den USA daraufhin gestalten wird. Die wirtschaftliche wie militärische Zusammenarbeit des inoffiziellen Hegemons der EU mit Russland wird immer intensiver, während  zugleich das Handelsvolumen der BRD und der USA leicht, aber stetig, sinkt. Der gescheiterte Raketenabwehrschild ist ein recht deutliches Zeichen für die Kräfteverschiebungen innerhalb der NATO-Welt. Während die USA, leicht brummelnd, jedoch alternativlos, ihre Hände aus einigen Gebieten der Welt zurückziehen, fasst sich Berlin in den Schritt. Teils als Geste der Überlegenheit, ganz ähnlich den Gepflogenheiten vieler selbstbewusster jugendlicher Provokateure unserer Zeit und Straßen, teils jedoch auch, weil es nun einmal schrecklich weh tut, seine Ressourcen im Spagat zwischen NATO-Bündnis auf der einen Seite und Russlandannäherung auf der anderen, derart zu überdehnen. Dies alles, während die alten, europäischen Störenfriede Frankreich und England beständig und hartnäckig an den Fußknöcheln unseres Landes knabbern und reißen. Das ist nicht einfach. Es ist nicht etwa so, dass die Bundesrepublik die Verantwortung für die europäischen Staaten nicht übernehmen wollte, doch unter diesen Umständen muss man natürlich Geduld haben und darf keine Wunder erwarten.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenigstens haben wir jetzt wieder eine echte politische Führung. Es ist nämlich geschehen. Der „Schlechte-Zeiten-Automatismus“ der Deutschen hat wieder zugeschlagen. Hat der durchschnittliche, deutsche Bürger mehr als über das übliche Maß hinaus Angst vor der Zukunft, wendet er sich gen rechts, fällt auf die Knie, und betet. (Optional geht natürlich auch stramm-stehen.) Schwarz-Gelb ist wieder da. Angetreten, die Verhältnisse in der BRD wieder zu normalisieren. Die Westerwelle brandete scheinbar machtlos, jedoch stetig, gegen die Kaimauern des Bürgerverstandes, unterhöhlte diese, um sie schlussendlich zum Einsturz zu bringen. Wenn nix geht, wählt der Deutsche so rechts, wie er es sich gerade noch so eben traut. Nun ist sie also wieder da, die konservative, gelb-schwarze Front. Die wahrscheinlich größten, machtpolitischen Erfolge der Geschichte der BRD gehen schließlich auf schwarz-gelbe Bündnisse zurück. Stichwort Genscher. Dass dies auch grundsätzlich die Zeiten in der Republik waren, die sich durch den größten Ausverkauf an freiheitlichen Rechten seiner Bürger auszeichneten, ist die andere Seite der Medaille. Die Dunkle. Die, die keinen mehr zu interessieren hat, der seinen Job, bspw. als Journalist, nicht aufgrund von zurückgezogenen Anzeigen seitens der Kunden, verlieren möchte…</p>
<p style="text-align:justify;">Genug davon. Ich mach jetzt erst einmal die Glotze an, und schau mal, wer unser neuer Außenminister wird. Fast so spannend, wie die mögliche Ratifizierung des Lissabon-Vertrages. Und genauso unvorhersehbar. Oder? Obacht.</p>
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		<title>Die Tage werden kürzer &#8211; Bundestagswahl 2009</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 11:56:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>verhinderter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bundestagswahl rückt immer näher, die real wahrnehmbaren, ersten Ausläufer der Krise ebenfalls. Schweiß bildet sich auf den Stirnen unserer Politiker. Eine nie gekannte Angst hält die bleiernen Herzen in ihrem unbarmherzigen Griff. Denn diesmal wird es anders. Die Zeiten der prästabilisierten Wahlergebnisse sind vorbei. Denkende Menschen werden an den Wahlurnen stehen, bereit, grausame Rache [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=104&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundestagswahl rückt immer näher, die real wahrnehmbaren, ersten Ausläufer der Krise ebenfalls. Schweiß bildet sich auf den Stirnen unserer Politiker. Eine nie gekannte Angst hält die bleiernen Herzen in ihrem unbarmherzigen Griff. Denn diesmal wird es anders. Die Zeiten der prästabilisierten Wahlergebnisse sind vorbei. Denkende Menschen werden an den Wahlurnen stehen, bereit, grausame Rache zu nehmen an all denen, die sie über Jahre belogen und betrogen haben. Die Uhr tickt. Es ist Zeit. Schreiten wir zur Tat. Auf zu den Urnen.</p>
<p>Da stehen wir nun, bereit, unser Kreuz für Frieden und Wohlstand zu zeichnen. Doch wohin mit dem verflixten Ding? Mal lesen, wer und was da so alles steht…</p>
<p>Die SPD-Eliten dieser Tage erinnern stark an ein frisch geköpftes Huhn, das, noch immer aufgeregt flatternd, über den Hof rennt. Der Kopf ist schon ab, doch das schert den Rest des Körpers wenig: Dieser flattert, aus Unvermögen, die eigene Situation realistisch einzuschätzen, noch weiter herum. Bis zu seinem endgültigen Stillstand.</p>
<p>Über hundert Jahre hat es gebraucht, um die `sozialistischen` Lügen endgültig zu durchschauen. Um gewiss zu sein: Nicht überall, wo Sozi draufsteht, ist auch ein Sozi drin. Gerade was die Problematik möglicher Kriege anbelangt, sind Sozialdemokraten immer mit dabei, solche zu sanktionieren. Ob der durchschnittliche Sozialist in Wahrheit monarchisch denkt? Und es aufgrund dieser Einstellung für unumgänglich hält, aus einem moralischen Unterlegenheitsgefühl heraus, den, natürlich immer noch sozialistischen, Überpatrioten zu geben?</p>
<p>Wer in den Annalen des ersten Weltkrieges blättert, und sein Augenmerk auf den Beginn desselben richtet, mag sich meiner These anschließen. Zumindest wenn man den sozialen Raubbau unserer Tage in Augenschein nimmt, dürfte klar sein, wovon hier die Rede ist.  Zu Zeiten Gerhard Schröders wurde Volkseigentum, ohne jedwede Rücksichtnahme auf die eigentlichen und ursprünglichen Besitzer, enteignet und zu Höchstpreisen verschleudert. Wer wollte, hatte in den 90er Jahren daraufhin die Gelegenheit, eine andere Spielart des Volkseigentums auszuprobieren: Die Telekom-Aktie war geboren. Aus Mitgliedern eines Volkes wurden jedoch damit automatisch Aktionäre, also eine gänzlich andere Spezies. Nur bemerken sollte das zunächst keiner. Medial verkauft wurde die Privatisierung von Post und Telekom nämlich als eine modernere Variante der Bürgerbeteiligung an dem Erfolg ihrer wirtschaftsmächtigen Bundesrepublik. Was im Anschluss daraus wurde, ist wohl hinlänglich bekannt.</p>
<p>Kommen wir also zu Herrn Steinmeier. Netter Typ. Vielleicht ein wenig grau, aber das macht gar nichts. Wir alle sind nämlich extrem beeindruckt von der Nonchalance mit der der SPD-Kanzlerkandidat (Bitte nicht kichern! Das ist ein sensibles Thema, das mit der Realitätswahrnehmung…)die Woche für Woche katastrophaler werdenden Umfrageergebnisse mit einem Schulterzucken abtut. Er kümmere sich „schließlich nicht um die Probleme der letzten Woche, sondern um die der Zukunft.“. Fabelhaft. Leider im wahren Wortsinn. Denn so richtig begreifen kann es eigentlich ja keiner, warum die SPD überhaupt noch einen solchen Kandidaten braucht.</p>
<p>Glücklicherweise ist es der SPD in allerletzter Minute gelungen, eine unschlagbare Waffe für den Wahlkampf zu entwickeln: Projektname: W-A-H-R-H-E-I-T. Natürlich wird es unglaublich schwer werden, diese kriegsentscheidende Wunderwaffe rechtzeitig vor der drohenden, totalen Niederlage gegen den Feind in Anschlag zu bringen. Doch es wird fleißig geübt. Mit der SPD gibt es nämlich keine Steuerermäßigungen! So! Basta! Weil nämlich die CDU den Schuldenberg hinterlässt. In der großen Koalition durften die Sozis nämlich nie mitmachen! Hätten sie ja gerne. Durften sie aber nicht.</p>
<p>Die CDU, mit Mama Merkel an der Spitze, hat da deutlich weniger Probleme. Oder? Naja, mit satten 30 Prozent braucht man sich doch keine Sorgen zu machen. Die verlorenen Prozentpunkte haben schließlich die FDP und Die Linke kassiert, vielleicht abgesehen von den Individuen, die ihrem Hang zur rechten Politik vollends nachgegeben haben…und den ganzen „Kleinen“, die krampfhaft versuchen, sich Geltung zu verschaffen. Interessiert also nicht. Die FDP ist immer noch klein genug, so dass man sich da schon mal keine Sorgen drum machen muss. Bei übermäßigem Wachstum muss man dem Traditionskoalitionspartner halt ein, zwei Ministerpöstchen geben.</p>
<p>Das bisher noch keiner verstanden hat, was oder wen Mama Merkel bisher überhaupt regiert hat, fällt gar nicht ins Gewicht. Hauptsache unsere Medien schaffen es weiterhin, dem deutschen Bürger klarzumachen, dass unsere Merkel im Ausland hoch und höchstens angesehen ist, dann ist der Durchschnittsbürger ja schon vollkommen zufrieden mit seinem Regierungsoberhaupt. Wenn dies auf Kosten der Freiheit und des Friedens geschieht, ist das eigentlich egal, denn das mit der Freiheit sieht man in Deutschland traditionellerweise nicht so eng. Was der Bauer nicht kennt… Und Frieden haben wir doch. Hier. Das zählt. In puncto Privatisierung hat die CDU die gleichen, tollen Ideen wie ihr ehemaliger Konkurrent. In der letzten Legislaturperiode wurde fleißig mitregiert und -verkauft. Anscheinend konnten weder Vernunft, noch, zum Wenigsten, eine „Dagegen“-Haltung zur Abgrenzung ihrer Position, die CDU dazu verleiten, den bereits begonnenen Ausverkauf des Bürgereigentums zu beenden. Stattdessen wurde mit dem Börsengang der Deutschen Bahn verzweifelt versucht, weiterhin gegen die Realität zu kämpfen. Bisher, dank Finanz- und Wirtschaftskrise, erfolglos. Wer nun aber glaubt, damit wäre das Übel erst einmal abgewendet, wird sich schnell eines Besseren belehrt sehen. Der Börsengang WIRD stattfinden. Die CDU sagt selbst über sich, dass die „Grundlage [ihrer] Politik (…) das christliche Verständnis vom Menschen und seiner Verantwortung vor Gott.“<a href="#_edn1">[i]</a> sei. Das erklärt natürlich einiges. „Gott will es!“<a href="#_edn2">[ii]</a> ist und war schon immer ein sehr beliebtes Sprüchlein, um fragwürdige Motive zu rechtfertigen. Man braucht lediglich ein wenig abstruse, metaphysische Phrasendrescherei zu betreiben, und schon glaubt ein jeder im Volke, er wüsste, was gemeint ist. Gott? Klar, schon gehört. Friede auf Erden und so. Dann ist ja alles klar.</p>
<p>Die Linke wiederum ist jawohl eindeutig das Problem der SPD, das können die unter sich ausmachen. Zudem fahren anscheinend alle `etablierten` Parteien den Kurs der Ignoranz, was die bloße Existenz Der Linken anbelangt. Einfach immer als erster und möglichst laut lachen, wenn ein Abgeordneter Der Linken sich zu Wort meldet, dann werden schon genug mitlachen. Und gleichzeitig weghören. Bleibt die Frage, wie lange das so noch funktionieren wird. Über Die Linke gibt es, aus meiner Sicht, nicht wirklich viel zu berichten. Das deutsche Soldaten zu Hause bleiben sollen, hört sich schon einmal nicht schlecht an…nur begreift leider auch der dümmste Bürger, zumindest intuitiv, dass die Sache so einfach nicht sein kann, wie sie der, wie immer, äußerst integere Oskar Lafontaine auf seinen Plakaten verkündet. Damit bleibt Die Linke, trotz einer zu vermutenden, eindeutigen Steigerung des Ergebnisses bei der Bundestagswahl, immer noch in der Lokalpolitik stecken. Wer sich etwas wie Oskar Lafontaine, pardon: jemanden, an die Spitze holt, sollte sich zeitgleich wohl auch auf eine längerfristige Überzeugungsarbeit konzentrieren. Zu Gysi: einfach toll, der Typ. Schade nur, dass er immer noch den Sack mit den SED-Millionen auf seinem metaphorischen Rücken mit sich rumschleppt. Sobald Herr Gysi mit seinen geschickten, kleinen Händen mal wieder ein, nicht nur rhetorisches(!), Meisterwerk geschaffen hat, macht er den entscheidenden Schritt vorwärts…und der vor lauter Schuld schwere Sack zertrümmert alle Müh…</p>
<p>Die FDP hat da schon ein klareres Profil dieser Tage. Weltherrschaft. Ganz einfach. Weltherrschaft der entfesselten, also liberalisierten, Märkte. Ein feixender Guido Westerwelle weiß genau: Da kann nicht mehr viel anbrennen. Man erkläre den Leuten, dass man bisher politisch nicht so das Schwergewicht war, weil alle anderen keine Ahnung von Wirtschafts- und Finanzmärkten hatten und haben. Deshalb war man nicht erwünscht und wurde nicht so recht verstanden. Jetzt sieht  das freilich anders aus. Nun ist ja zum Glück jedem klar geworden, wer das Monopol auf wahre Wirtschaftsweisheit hat. Ob die Naumann-Stiftung fleißig die Kriegstrommel rührt, und dabei noch so ungeschickt ist, es jeden merken zu lassen, scheint die Gunst des deutschen Volkes für unsere gelb gefärbten, selbst ernannten Wirtschaftsexperten nicht zu schmälern. Kriege auf Honduras oder auf anderen Planeten der Galaxis, interessieren den deutschen Wähler nun einmal nicht. Derartiges Wissen wird höchstens dann gebraucht, wenn man vielleicht dereinst selbst auszubeutendes Dritte-Welt-Land geworden ist. Vielleicht.</p>
<p>Zu den Grünen mag ich nix sagen. Das lohnt nämlich schon lange nicht mehr. Schade. Sehr Schade.</p>
<p>Soviel zu unseren „Großen“. Aber da ging es ja eigentlich nicht drum, oder? Es sollte doch eigentlich darum gehen, wo Sie Ihr Kreuz setzen… Obacht.</p>
<hr size="1" /><a href="#_ednref1">[i]</a> http://www.cdu.de/partei/15_3269.htm</p>
<p><a href="#_ednref2">[ii]</a> Stichwort Kreuzzüge</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/verhinderter.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/verhinderter.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/verhinderter.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/verhinderter.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/verhinderter.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/verhinderter.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/verhinderter.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/verhinderter.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/verhinderter.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/verhinderter.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/verhinderter.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/verhinderter.wordpress.com/104/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/verhinderter.wordpress.com/104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/verhinderter.wordpress.com/104/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=104&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Paranoia: Eine Junkie-Introspektive</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jul 2009 11:43:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist Nacht. Klar. Also dass es Nacht ist. Scheiße. Es dauert eine Weile, wie lang auch immer, …Man weiß es aber auch nie! Na ja, die paar Male, wo jemand neben einem liegt und es einem sagen kann: Man glaubt’s eh nicht. Ich jedenfalls nicht. Dieses träumen/wachen, hilflos sein, und doch registrieren/memorieren… Das dauert. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=97&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Es ist Nacht. Klar. Also dass es Nacht ist. Scheiße. Es dauert eine Weile, wie lang auch immer, …Man weiß es aber auch nie! Na ja, die paar Male, wo jemand neben einem liegt und es einem sagen kann: Man glaubt’s eh nicht. Ich jedenfalls nicht. Dieses träumen/wachen, hilflos sein, und doch registrieren/memorieren… Das dauert. Lange. Meistens jedenfalls. Egal. Vier Uhr. Scheiße. Langsam richte ich mich im Halbdunkel meiner Zelle auf. `Zelle` stimmt eigentlich nicht. Die Zelle ist mein altes Zimmer. Ja, genau, bei meinen Eltern. Es ist kein `altes` Zimmer. Schon gar nicht meins. Es ist die Zelle. Also, es ist schon irgendwie meine, nur nicht `alt`. Ich hab sie ja nie wirklich verlassen. Ja, genau, es ist meine Meldeadresse. Die Ämter wissen das. Er auch. Durch Ihn: meine Feinde. Scheiße. Scheiße. Scheiße. Schweißgebadet liege ich wieder im Bett. In meinem alten Zimmer.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Er schläft jetzt. Ganz allein, in dem was er `Zelle` nennt. Er wurde verraten, vor langer Zeit. Von mir.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Die ersten Sonnenstrahlen schlagen in die Oberfläche meiner Netzhaut ein. Das schmerzt. Aber der Schmerz ist nur ein Symptom, denn das Licht erhellt auch meinen Kopf. Ich bin wieder da. Schweiß. Scheiße. Ich bleibe liegen, bis meine Ma ihren dunklen, kleinen Kopf durch den Türspalt reckt. Ich hasse diese Frau! Eine Weile lasse ich diese Worte in mir widerhallen. Dann pflücke ich sie. Betrachtend stehe ich im leeren Raum und umklammere mit zu schwachem Griff diesen reflexhaften Auswurf. Warum? Unmittelbar füllt sich die Leere. Nein, ich hasse sie nicht. Ich liebe sie? Aber ich ertrage sie einfach nicht! Sie weiß es. Jeden Scheiß. Alles. Und nichts. Und war sie es nicht Schuld? Ich war das Kind. Von wegen Verantwortung und so. Aber jeder ist ja seines Glückes Schmied…</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">„Sie haben Ihre Auflagen nicht erfüllt. Ab hier können wir nichts mehr für Sie tun. Es tut mir leid. Haben Sie noch ihren Anwalt?“</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Meinen Anwalt. Ja, klar. Als ob ich ’n Banker wär. Der will ja kein Geld, nö. Nicht von ’nem VIP wie mir. Das kriegt er ja vom Staat. Tür zu. Allein. Hier. Die Sonne fällt langsam herunter als ich aufwache. Wieder Schweiß. Und Scheiß. Ich grinse. Nicht lange. Morgen wieder raus. Mehr Schweiß, Zittern. Ich spüre genau, wie sich das Netz zuzieht. Und zappeln hilft nicht, das weiß ich schon. Da gab’s diese Typen in Hellas: Sophisten?! Nein, Quatsch. Stoiker waren das. Aus sich selbst heraus leben/schöpfen. Anders geht’s auch nicht. Aber Essen und Trinken gibt’s da nicht. Auch kein H. Sofort wieder Schweiß. Ich weiß gar nicht mehr, ob wegen Ihm oder H. Wie macht Er das. Warum. Raus! aus mir. Und mich! nur rein. Scheiße. Scheißsophistiker. Ungerecht. Meine Gedanken nehmen Ihn mit in das, was heilig sein soll. Er selbst stellt sich nie. Zu schlau. Oder verschlagen. Beides. Und ich werde Ihm alle Knochen brechen! Schweiß. Zittern. Bett. In der Nacht bringt Er mich um. Wieder. Und wieder. Sie gehören alle ihm an. Früher kaufte ich Wodka hier am Kiosk. Der in der Puschkinstraße. Witzig, oder? Zumindest habe ich täglich gelacht. Jetzt weiß ich’s besser: Er gehört auch dazu, arbeitet Ihm zu. Als er mit dem Stock ausholte, wurde es mir klar. Warum sollte er sonst zuschlagen? Ich hatte schließlich nie Geld. Aber Er kriegt sie alle. Mich. Ich weiß nicht wie.</p>
<p style="text-align:justify;">Nur meine Zelle scheint sicher zu sein. Die LOGIK sagt mir, dass mein Hirn nicht mehr richtig funktionieren kann. H und Zeit, viel Zeit. Oh klar, die Ärzte haben das auch gesagt. Aber die brauch ich dafür nicht. Denn die LOGIK spricht. Also kann ich’s noch. Denken. Messerscharf. Aber eben nur eins. Ein Messer gegen die Tausend der Hydra –X- . Wie in einer Gleichung. Klar. Wenn’s nicht Mathe wär, würd’s nicht weh tun. Na ja, jedenfalls ist sie nicht sicher. Vor Ihm. Die Zelle. Es gibt nicht viel zu tun. Außer schwitzen. Und zittern. Und denken. Denken muss Mann. Außer dem JunkieMann. Scheiße. Ich schreie. Zittern. Schweiß. Scheiße. Er ist da. Hier. Ich stürze in ein infernalisches Rauschen. Ich stürze. Während weiße Schlangen über schwarze kriechen, scheinbar krampfhaft den Eindruck erweckend, nur weiße und schwarze Punkte zu sein, klärt sich das Bild. Die Schlangen sehen immer noch nicht wie Schlangen aus. Das nicht. Ich bin wach. Das Licht ist noch an, der Fernseher auch. Kein Empfang. Gewitter. Mein Gewitter. Das ist immer so. Die LOGIK sagt: es schubst mich übern Rand. Und zwar in Seine Fänge. Aber ich falle nicht. Ich werde wütend. Hasse: Und bin stark. Denn es ist mir egal.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Vielleicht fällst Du ja doch?</p>
<p style="text-align:justify;">Egal. Stark!</p>
<p style="text-align:justify;">Aber über den Rand…</p>
<p style="text-align:justify;">Scheiße. Ich schreie. Schlaf. Schweiß. Das Sonnenspiel. Mit allen Schatten. Seinen Schatten.</p>
<p style="text-align:justify;">„Lass mich mit dem Scheiß in Ruhe!“</p>
<p style="text-align:justify;">„Aber es gibt keinen `bösen Mann`! Begreif das! Die Frau Doktor Rich…“</p>
<p style="text-align:justify;">„Scheiße!!! Ich denke! LOGIK! Glaubst du, ich kann nicht denken!?! Glaubst du, ich hätte nie darüber…“</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Es gibt keine Hallos. Gab’s noch nie. Klar. Die Leute erzählen davon: Kennst du das, wenn die Anderen auf einmal alle wie Insekten/Elefanten/Laber aussehen? Nee. Kenn ich nicht. Gibt’s auch nicht. Ich wüsste das sonst, glaub mir. Schizos. können. nicht. denken. So einfach ist das: Die LOGIK spricht. Schweig! Scheiße.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">H + Viel Zeit = nuschelnde LOGIK. Scheiße. Schweiß.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein Sieg: Kein Schrei…und kein Schlaf. Diesmal das alte Mondspiel/Alte Mondspiel/ Alte Mondspiel… Mmh. Qiubrik? Ja, so.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">„Sie müssen versuchen zu erkennen, dass nichts davon real ist. Er ist in ihrem Kopf. Aber auch das ist nur eine Illusion. Verstehen sie? Wenn sie das schaffen, müssen Sie irgendwann nicht mehr so oft an Ihn denken. Und dann später NIE mehr. Glauben Sie mir das!“</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Glaube? LOGIK. Die spricht. Und IHN interessiert das Sektengeschwafel nicht. Psychoarschlöcher! Natürlich ist Er in meinem Kopf! Ich muss schließlich auch an Ihn denken, sonst wäre ich schon tot! Gekillt! Was soll das? Soll ich stehen bleiben? Und warten? Bis Er mich hat. Schweiß. Scheiße. Ich könnte schreien.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich tu’s. Schlaf.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Zelle. Noch cirka anderthalb Stunden bis zum nächsten Sonnenspiel. Scheiße. Heute ein Termin. Wahrscheinlich mehr als zwei Stunden! Wird Zeit, sich vorzusehen…Kann nicht. Geht nicht. &lt;Schreie&gt; Schreien hilft. Die Zelle geht wieder zu. Bin ich ein Mönch? Nein. Aber sicher. Was? Jetzt. Oder?</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">„Wir sehen im Augenblick leider keine Alternativen. Es tut mir leid.“</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/verhinderter.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/verhinderter.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/verhinderter.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/verhinderter.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/verhinderter.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/verhinderter.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/verhinderter.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/verhinderter.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/verhinderter.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/verhinderter.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/verhinderter.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/verhinderter.wordpress.com/97/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/verhinderter.wordpress.com/97/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/verhinderter.wordpress.com/97/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=97&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>NATO/EU/BRD – Und die klassische Demokratie</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 09:42:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>verhinderter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir schreiben das Jahr 2009. Die Bundesrepublik Deutschland befreite sich erst kürzlich vom Joch der Unterdrückung. Ein souveräner, deutscher Staat steht wiedergeboren im Schein der Morgenröte. Und greift nach der Macht. Dumm ist hier, dass die Morgensonne nicht nur das Pathos erhöht, sondern auch gleich für den richtigen Eindruck bezüglich der Kosten dieses Unterfangens sorgt. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=87&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Wir schreiben das Jahr 2009. Die Bundesrepublik Deutschland befreite sich erst kürzlich vom Joch der Unterdrückung. Ein souveräner, deutscher Staat steht wiedergeboren im Schein der Morgenröte. Und greift nach der Macht.</p>
<p style="text-align:justify;">Dumm ist hier, dass die Morgensonne nicht nur das Pathos erhöht, sondern auch gleich für den richtigen Eindruck bezüglich der Kosten dieses Unterfangens sorgt. Die heraufbeschworene Germania trägt in dieser Vision ein blutgetränktes Gewand.</p>
<p style="text-align:justify;">Willy Brandt forderte in seiner Regierungserklärung vom 28. Oktober 1969, wir alle sollten „mehr Demokratie wagen“. Was daraus geworden ist, meinen die meisten von uns zu wissen. Was bedeutet jedoch dieses `Mehr` an Demokratie? Häufig wird darauf verwiesen, wie herrlich „Basis-demokratisch“ es doch im „alten Griechenland“ zugegangen sei. Die hatten damals noch eine richtige Volksabstimmung. Jeder Vollbürger konnte Gesetzesvorschläge einreichen und darüber abstimmen lassen. Wer keine Mittel hatte, um an der Versammlung auf der Agora teilnehmen zu können, bekam eine Art Spesengeld, um dies möglich machen zu können.</p>
<p style="text-align:justify;">Dieser Zustand dauerte jedoch nicht sehr lange an. Wie tatsächlich gehandelt wurde, ob die spärlichen, heute noch vorhandenen Quellen uns also eine wenigstens halbwegs adäquate Rekonstruktion ermöglichen, lässt sich nicht einschätzen. Die adligen Stände und ihr Reichtum blieben selbstverständlich erhalten, als die herrschende <em>Tyrannis</em><a href="#_edn1">[i]</a> von der Demokratie abgelöst wurde, und damit auch ihre Macht. Davon abgesehen, waren nur ein paar Promille der Einwohner Athens im Besitz der Vollbürgerschaft und hatten das Recht, zu wählen und gewählt zu werden. Inwieweit, und ob, also eine Oligarchie innerhalb der Demokratie an der Macht blieb, ist, und bleibt, offen. Nach dem, was wir heute zu wissen meinen, war die athenische Demokratie einen Großteil ihrer Zeit entweder mit Entwicklung oder Entropie beschäftigt. Zeiten eines `idealen` demokratischen Verhältnisses hat es, wenn überhaupt, immer nur sehr kurz gegeben.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Geburt der Bundesrepublik Deutschland folgte ebenfalls unmittelbar auf eine Zeit der <em>Tyrannis</em>. Auch hier erhielten Teile der ehemaligen Eliten die Gelegenheit, ihre Karrieren im neuen System fortzusetzen. Änderten sich hier die Machtstrukturen? Oder blieb auch in der Bundesrepublik einiges beim Alten? Erinnert man sich heute an `Die Wende`, erinnert man sich auch an Dr. Helmut Kohl, den `Kanzler der Einheit`. Zweifellos ein geschichtlich bedeutsamer Mann. Doch war er auch ein stolzer Verfechter der Demokratie? Wohl eher nicht, wie die Spendenaffäre des Überkanzlers und seiner Partei deutlich bewiesen. Zumindest fehlte es bei dieser Affäre an erforderlicher Transparenz, vom unmoralischen Element des Betrugs einmal ganz abgesehen. Doch was wird in den zukünftigen Geschichtsbüchern (oder –Files?) stehen?</p>
<p style="text-align:justify;">Solon (wahrscheinlich * um 640 v.Chr.) gilt in den gegenwärtigen Schulbüchern, wenn nicht durch das Zentralabitur und „G8“ ausgegrenzt,  zumeist als einer der großen Weisen der Antike. Bekannt durch seine Elegien, berühmt bis heute jedoch als einer der angesehensten Staatsmänner der Geschichte. Auch, und vor allem, der Geschichte der Demokratie. Er war, laut dem antiken Geschichtsschreiber Plutarch (* um 45 n.Chr.), ein konsequenter Gegner der <em>Tyrannis</em>. Solons politische Idee war die Angleichung der Stände. Eine Maßnahme dafür war die Schaffung der Timokratie, die den persönlichen Besitz an die Stelle der adligen Herkunft setzte. Die Folge dieser, neoliberal anmutenden, Politik bestand jedoch mitnichten in einer Egalisierung der Stände, sondern führten zu einem System, in dem die sogenannten Theten, die unterste Schicht der damaligen Vermögenspyramide, zu keinem nennenswerten Amt Zugang hatten.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Erstarkung der Demokratie Athens im 5. Jh. v.Chr. führte, unter anderem, zur Gründung des Attisch-Delischen Seebundes. Dieser war ursprünglich ein Verteidigungsbündnis verschiedener Polis, eingerichtet von Athen. Und auch von diesem beherrscht. Die Idee zu Beginn des Unterfangens sah etwas Ähnliches wie eine NATO vor. Nach kurzer Zeit jedoch versuchte Athen, die <em>Symmachoi<a href="#_edn2"><strong>[ii]</strong></a> </em> immer stärker zu dominieren. Man könnte sagen, dass Athen seine Version der NATO, also den Attisch-Delischen Seebund,  in eine Art EU unter athenischer Hegemonie verwandeln wollte. Die dabei an den Tag gelegte Arroganz ihren Mitgriechen gegenüber, führte zu ständigem Zwist innerhalb des Bundes. Schlussendlich scheiterten die Athener Hegemonialbestrebungen nicht zuletzt an der Blindheit ihrer Bürger, was die Bedürfnisse und den Stolz ihrer Verbündeten anbelangte. Im Jahr 405/4 v.Chr. unterlagen Athen und der Seebund endgültig dem verfeindeten Peloponnesischen Bund unter der Führung Spartas. Die Athener Seeherrschaft war endgültig gebrochen, eine weit reichende Hegemonie in ebenso weite Ferne gerückt.</p>
<p style="text-align:justify;">Unsere gegenwärtige NATO erlebt ein Tauziehen auf den verschiedensten Ebenen. Die USA sind zum Rückzug gezwungen, ein Machtvakuum entsteht in vielen Teilen der Welt. Die EU erlebt den, scheinbar, ewigen Kampf um die kontinentale Vorherrschaft der beiden Erb- und Erzrivalen Frankreich und Deutschland. Beide wiederum versuchen, das Gewicht der EU gegen die NATO einzusetzen[<em>siehe dazu:</em> <a title="Pemanent-Link: Honduras, Iran – Zerbricht der Westen an seiner Arroganz?" href="../2009/07/05/honduras-iran-%e2%80%93-zerbricht-der-westen-an-seiner-arroganz/">Honduras, Iran – Zerbricht der Westen an seiner Arroganz?</a>]. Ein komplexer Krieg, der von ähnlich vielen Variablen abhängig ist, wie das Wetter. So ganz nebenbei leistet man sich zeitgleich die Anfeindung verschiedenster Staaten und Länder in anderen Teilen der Welt, und muss ebenfalls unwillige <em>Symmachoi</em> immer wieder zurück ins Glied der jeweils eigenen Kette zwingen.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Entwicklungen sind für sich genommen beunruhigend genug, doch leider geht es dieser Tage nicht viel anders zu als in der Antike. Mit der Vorgabe, anderen Völkern und Ländern die Demokratie zu bringen, vergisst der Westen, dass `Demokratie` immer noch ein Ideal ist. Ein Ideal, dass gegenwärtlich, wie auch in der griechischen Antike, ständige Aufmerksamkeit und Pflege benötigt. Selbstherrlichkeit ist da völlig fehl am Platze. Statt also eifrig in der Welt herum zu missionieren, sollten sich die Völker und Menschen im Westen auf die Fragwürdigkeit ihres eigenen Demokratieprozesses und seines Wertes konzentrieren. Märkte öffnen sich im Kopf. Eine gesteigerte Nachfrage nach mehr Demokratie wird auch die Reaktion der realen Märkte nach sich ziehen. Es heißt immer, wir könnten aus Geschichte lernen. Tun wir es einfach. Obacht.</p>
<hr size="1" />
<p style="text-align:justify;"><a href="#_ednref1">[i]</a> Zum Begriff: <em>„(…), ist die <strong>Tyrannis</strong> eine Herrschaft gegen den Willen der Menschen, nicht nach den Gesetzen und nach Willkür des Herrschers.“</em>. Xen. mem. 4,6,12.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="#_ednref2">[ii]</a> Zum Begriff: <strong><em>Symmachia</em></strong><em>:</em> <em>„(&#8230;)dieselben Feinde und Freunde zu haben (…)“.</em> Aristot. Ath. pol. 23,5.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/verhinderter.wordpress.com/87/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/verhinderter.wordpress.com/87/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/verhinderter.wordpress.com/87/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/verhinderter.wordpress.com/87/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/verhinderter.wordpress.com/87/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/verhinderter.wordpress.com/87/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/verhinderter.wordpress.com/87/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/verhinderter.wordpress.com/87/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/verhinderter.wordpress.com/87/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/verhinderter.wordpress.com/87/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/verhinderter.wordpress.com/87/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/verhinderter.wordpress.com/87/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/verhinderter.wordpress.com/87/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/verhinderter.wordpress.com/87/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=87&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Über Kommentare und Meinungsfreiheit im Internet</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Jul 2009 11:31:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>verhinderter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Internet ist, noch, die einzige Plattform, die freien Meinungs- und Gedankenaustausch ermöglicht. Doch scheint es zur Natur des Menschen zu gehören, sich auch diese Sphäre individuell Untertan machen zu wollen. Wie sonst ließe es sich erklären, dass es so enorm viele `schreiende` Internetseiten gibt, die ihrerseits nicht zuhören wollen? Wenn Sie zu den regelmäßigen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=80&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Das Internet ist, noch, die einzige Plattform, die freien Meinungs- und Gedankenaustausch ermöglicht. Doch scheint es zur Natur des Menschen zu gehören, sich auch diese Sphäre individuell Untertan machen zu wollen. Wie sonst ließe es sich erklären, dass es so enorm viele `schreiende` Internetseiten gibt, die ihrerseits nicht zuhören wollen?</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn Sie zu den regelmäßigen Konsumenten von Nachrichten, Kommentaren und Kunst zählen, die sich auf allen möglichen Blogs herumtreiben, stetig auf der Suche nach der eigenen Wahrheit, dann müssten Sie zumindest ahnen, was hier gemeint ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Da schaut man zur gewohnten Zeit, oder auch zwischendurch, in seine Feeds, und, siehe da: Man wird fündig. Viele interessante Überschriften wetteifern da miteinander um Ihre Gunst. Jetzt wird es, für einen Augenblick nur, wirklich kritisch. Die Tagesform, oder ein bohrendes, drängelndes wie quengelndes Anliegen, bestimmen nun die erste Wahl. Ist es der Weg zur tagesaktuellen Politik, der beschritten wird? Oder vielleicht doch der leichtere und, zunächst, angenehmere Pfad der Künste? Wofür auch immer man sich, im jeweiligen Fall, entschieden haben mag, in Sekundenschnelle `popt` die angeforderte Seite auf, Sie versenken sich in den Artikel, nehmen die visuelle oder akustische Botschaft auf. Und… Was für ein Mist! Wie kann man sich bloß solche Schwachheiten leisten? Und das öffentlich! Na warte, Dir geig ich mal die Meinung…</p>
<p style="text-align:justify;">Doch, wo? Mit Bestürzung stellen Sie fest: Hier ist nix mit Luft machen. Hier wird man angeschrien. Angeschrien, von jemandem, der selbst taub ist. Die Rede ist von Seiten, die keinerlei Kommentare zulassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Wer meint, sich öffentlich produzieren und präsentieren zu müssen, sollte auch offen für einen Dialog sein! Ohne eine Kommentarfunktion muss jede Information der betreffenden Seite fragwürdig erscheinen. Meinungsfreiheit kann nur dann ein wertvolles Kulturgut sein, wenn die grundsätzliche Möglichkeit besteht, Meinungen miteinander kollidieren zu lassen. Assimilation und Konsens sind in diesen Fällen der Lohn. Eine Entwicklung nach vorn. Eine um ihre Kommentarfunktion  verstümmelte Kommunikation fordert nur, ohne bereit zu sein, etwas zu geben. Der Konsument bleibt auch ein solcher, ohne jedwede Möglichkeit, zu partizipieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Wer unser aller Plattform lediglich zum `schreien` benutzt, sollte seine Motive grundsätzlich noch einmal überdenken.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/verhinderter.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/verhinderter.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/verhinderter.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/verhinderter.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/verhinderter.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/verhinderter.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/verhinderter.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/verhinderter.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/verhinderter.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/verhinderter.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/verhinderter.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/verhinderter.wordpress.com/80/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/verhinderter.wordpress.com/80/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/verhinderter.wordpress.com/80/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=80&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Honduras, Iran – Zerbricht der Westen an seiner Arroganz?</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 16:45:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>verhinderter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles schien ganz normal zu laufen. Nach einer Ewigkeit der US-amerikanischen Hegemonialherrschaft über Latein- und Mittelamerika, war es vor ein paar Jahren mal wieder an der Zeit, sich um Honduras zu kümmern. Diese ständigen Bestrebungen seitens der lästigen Mestizenbevölkerung, sich zu solidarisieren und, viel schlimmer noch, Honduras in einen durch und durch kommunistischen Staat zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=75&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alles schien ganz normal zu laufen. Nach einer Ewigkeit der US-amerikanischen Hegemonialherrschaft über Latein- und Mittelamerika, war es vor ein paar Jahren mal wieder an der Zeit, sich um Honduras zu kümmern. Diese ständigen Bestrebungen seitens der lästigen Mestizenbevölkerung, sich zu solidarisieren und, viel schlimmer noch, Honduras in einen durch und durch kommunistischen Staat zu verwandeln, mussten gestoppt werden.</p>
<p>Um nun nicht länger zusehen zu müssen, wie über sieben Millionen Menschen arglistig über die wahren Hoheitsrechte, und deren Verteilung in der Welt, getäuscht werden, fanden es die USA sehr hilfreich, einen ähnlich gesonnenen Partner in Europa zu haben. Da man selbst ja schon genug mit Frieden schaffen in Afghanistan, im Irak und anderen, moralisch fragwürdigen Ländern zu tun hatte, trat die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung „für die Freiheit“ auf den Plan. Sie schaffte es, den amtierenden Präsidenten Manuel Zelaya auf den Thron zu hieven. So weit, so gut. Schließlich soll die Welt liberal gestaltet sein. Doch was macht dieser Parvenü, kaum dass er eine Weile regiert? Er zwingt die arme Bevölkerung von Honduras in die ALBA! Ja, genau, die ALBA, <em>Alternativa Bolivariana para las Américas</em>, eine Organisation wider den American Way Of Life! Inbegriff des falschen, politischen Denkens auf dem amerikanischen Kontinent. Prompt wird der Mann von bösen Putschisten aus seinem Amt entführt. Eigentlich ja aus seinem Schlafzimmer, aber weg ist weg.</p>
<p>Doch was jetzt? Schließlich hatte man den Mann ja selbst installiert, oder installieren lassen… Hmmh. Schwierig. Also fordern die USA, die EU, die UN, und weiß-der-Henker-wer-noch in der westlichen Welt, die Rückkehr des, wie es heißt, demokratisch gewählten Präsidenten. Dumm nur, dass die sich selbst als Alternative andienende Figur des Putsches, Roberto Micheletti, auch noch selbstlos den Rückzug aus der ALBA anbietet… Ob da ein Gespräch Michelettis, damals noch Parlamentsvorsitzender seines Landes, mit dem außenpolitischen Sprecher der FDP, Werner Hoyer, im November des Jahres 2008 eine vorbereitende Rolle gespielt hat? Nun wird Zelaya die Einreise verweigert, die OAS, Organisation Amerikanischer Staaten, schließt Honduras erst einmal aus ihrem Verbund aus. Das wiederum dürfte besonders die EU freuen, denen Ärger vor der Haustür des großen Bruders nicht ungelegen kommt, strebt man doch länger schon selbst wieder der Sonne entgegen. Zugleich ist man natürlich wenig erfreut über den Misserfolg Zelaya, dem ehemaligen Musterliberalen nach FDP-Gusto.</p>
<p>Es drängt sich der Vergleich mit ewig hungrigen Schakalen auf. Diese lauern abwartend am Rande des Konfliktes, um sich über die erschöpfte Restbevölkerung herzumachen. Und auch über jeden anderen Beteiligten dieses vielschichtigen Konfliktes. Anscheinend ist es für die angeschlagenen, immer mehr in der öffentlichen Kritik stehenden, Groß- und Supermächte zu riskant, sich abermals politisch zu sehr zu exponieren. Es wird gewartet. Belauert.</p>
<p>Wechseln wir für eine kleine Weile den Ort des Geschehens. Ein anderes Land, weitgehend deckungsgleiche Protagonisten. Iran. Eine weitere Weltregion, welche bereits sehr lange umkämpft ist. Die USA sorgten für Wirtschaftssanktionen, ein absolut fiktives Bild dieses Landes in westlichen Köpfen, und taten auch sonst genug, um die Region so instabil wie es nur eben ging zu halten. Die BRD hingegen hatte noch nie etwas gegen gesunden Export. Am liebsten von Waffen. Spionageausrüstung ist aber auch gut. Nur drüber reden wollte, und will, man seitens der Regierung nun mal nicht. Ist ja auch verständlich. Schließlich handelt es sich ja um einen Schurkenstaat. Das sagen uns jedenfalls unsere wichtigsten Verbündeten, die USA. Nun ist die Lage jedoch eine andere als einige Jahre zuvor. denn die BRD ist souverän. Und eins ist gewiss: Eine Großmacht ist Deutschland auf jeden Fall. Dass Siemens der offiziell verantwortliche Leiter des russischen Atomprogramms ist, zivil wie militärisch, ist nur ein Beleg dafür. Die Russen wiederum finden Iran gar nicht so schlecht. Die brauchen nämlich auch einen vernünftigen Binnenmarkt, und da die EU zum einen zu selbstständig, arrogant und, noch, pro-amerikanisch ist, und zum anderen die Nato ihre Einkreisungstaktik Russlands weiter vorantreibt, ist Iran da keine schlechte Partnerwahl. Aber man muss noch ein wenig abwarten, wie es in naher Zukunft weiter geht, bevor Russland diese Option auch voll nutzen kann.</p>
<p>Bei Vergegenwärtigung dieser Skizze wird deutlich, wie brüchig die tradierten Bündnisse im Westen, und nicht nur da, tatsächlich sind. Wird der Abschwung der USA noch ein wenig rasanter, stehen mehr als genug Staaten und Staatenbündnisse in den Startlöchern, um sich auf das Erbe zu stürzen. Dass einem Großteil dieser anderen Staaten ebenfalls die eigene Substanz, unbemerkt und ignoriert, durch die Finger rinnt, potenziert die Gefahr globaler Auseinandersetzungen noch zusätzlich. Statt sich also auf gemeinsame Werte und Vorstellungen zu fokussieren, sich gegenseitig Wirtschaftshilfe zu leisten, Kriege zurückzufahren, um das fragile Machtgefüge nicht noch weiter zu strapazieren, werden innenpolitisch im Westen wieder die Stahlhandschuhe angezogen, die Visiere zugeklappt, und das auf allen Seiten. Selbst auf denen, die noch keiner (er-)kennt. Wie immer, wenn es daran geht, der eigenen Schwäche ins Gesicht zu schauen. Die Flucht nach vorn traut sich noch keiner so richtig. Geschunden werden erst einmal die eigenen Bürger, sozusagen als vorbereitende Übung für das anstehende Restefressen der Schakale. Es wird gewartet. Belauert. Obacht.</p>
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		<title>Der Sammler &#8211; Eine Kurzgeschichte aus der BRD</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 09:09:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>verhinderter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin Sammler. Oh, nicht etwa manisch, nein, nein. Die Menschen bieten mir ihre Dinge an. Freiwillig. Und ich nehme sie an. An + nehmen, nicht: weg + nehmen, wohlgemerkt. Ursächlich ist es wohl ein Fluch: Orte, an denen ich mich befinde, scheinen Sammelpunkte zu sein, Menschen laden Dinge, die sie entweder nicht mehr haben [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=65&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Ich bin Sammler. Oh, nicht etwa manisch, nein, nein. Die Menschen bieten mir ihre Dinge an. Freiwillig. Und ich nehme sie an. An + nehmen, nicht: weg + nehmen, wohlgemerkt. Ursächlich ist es wohl ein Fluch: Orte, an denen ich mich befinde, scheinen Sammelpunkte zu sein, Menschen laden Dinge, die sie entweder nicht mehr haben wollen oder die sie nicht für sich halten können, bei mir ab. Erst gestern gab mir jemand einen fast neuen Regenschirm. Ich befand mich zu dieser Zeit wieder an einem dieser Punkte. He, genau: Zeit + Punkte. Jedenfalls war ich bereits tüchtig nass geregnet  und saß mit meinem, wassergefüllten, Hut in der Schildergasse, als die nette junge Frau daherkam und mir ihren Schirm vermachte. Nett. Also, und genau auf diese Weise, bin ich Sammler. Jetzt: Der Sammler. Früher hingegen war ich nur ein Sammler. Ich möchte hier auf diese Differenz mit aller Entschiedenheit hinweisen, um meiner Geschichte, sozusagen, `mehr Schwung` zu verleihen. Man könnte auch sagen: Ich erhöhe damit die Spannung.</p>
<p style="text-align:justify;">Nun war ich bereits einige Jahre in meiner Tätigkeit im Lande unterwegs, als mir am Krefelder Hauptbahnhof ein Plakat ins Auge fiel, darauf stand: „Erfüllen Sie sich Ihre individuellen Wünsche!“, und irgendeine Firma Sowieso.</p>
<p style="text-align:justify;">Es dauerte noch zehn Jahre, bis der Schlüssel dieses Erlebnisses seinen Weg in mein Schloss fand. Doch dann machte es `Klick`. Man wird sich vielleicht fragen, wieso dies erst nach den besagten zehn Jahren geschah………………………………………………………… (Es ist eine Lust, dieses `punktieren`: erhöht es schließlich ebenfalls das Spannungspotential!) Nun, ich wusste weder um die Bedeutung des Wortes „individuell“, noch um die von „punktieren“. Nicht der Zufall, sondern meine Sammeltätigkeit verhalf mir zu dem Wissen, dass mich befähigte, DER Sammler zu werden, mich weit über meine Standesgenossen zu erheben: Ich sammelte eine Bibliothek.</p>
<p>Alles begann eines Abends in Frechen, es war Winter und ein schwarz gekleideter, elegant und seltsam fremd wirkender, junger Mann kam mit hochgezogenen Schultern und hängendem kopf, eine Aktentasche in dunklem Leder unter dem Arm die Straße hinab auf meinen Platz unter dem hervorragenden Hauseingang zu. Im dichten Matschtreiben schien er mich jedoch nicht wahrzunehmen, da er sich wenige Meter von mir entfernt in den Schneeschlamm kniete, seine Aktentasche öffnete, und sich mit Hilfe des entnommenen Revolvers das Leben nahm.</p>
<p>Es war schon eine sehr befremdliche Situation. Kein Mensch war zu sehen, die Straße war leer bis auf die noch aus der Schusswunde am Kopf dampfende Leiche. Langsam und unnatürlich ruhig nahm ich seinen Mantel und die nun gleichfalls schmutzig-nasse Aktentasche und verließ die Stadt. Den Revolver ließ ich in der erkaltenden Hand zurück.</p>
<p>Oft wurde mein Gegenüber, wenn ich diese Geschichte erzählte, blass, und bezichtigte mich einer gewissen Gefühlskälte. Ich habe dies stets von mir gewiesen und tue dies noch. Man muss dazu wissen, dass es nun einmal Menschen gibt, die sich selten bis nie verlassen können, wenn sie überleben wollen. Lebt man gut und bequem, ist man `situiert`, leistet man sich unendliche, geistige und seelische Ausflüge und kehrt mit wachsendem persönlichen Wohlergehen immer seltener zu seiner Gegenwartsposition zurück. Man verliert sich in der phantastischen Gefühlsbreite des immerhin Möglichen und schwelgt in seinen Facetten.</p>
<p>Ich hingegen habe zu leben.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch nun zurück: Der Mantel war nicht nur warm, sondern auch schick, der Koffer enthielt sogar ein frisch gebügeltes Hemd. Doch das Wichtigste war das Buch.</p>
<p>Es war in schwarzes Kunstleder gebunden und trug seinen Titel in goldenen Lettern: „Das Buch Mormon“, stand darauf. Um es gleich zu sagen: Es machte mich nicht gläubig. Ich wurde nicht zum Mormonen. Es hat mir gar nicht gefallen. Doch es war die erste Schrift in meinem Kanon. Der Grundpfeiler meines gerade neu geborenen Lebens als DER Sammler. Es war mein.</p>
<p>Die Fortsetzung meiner gerade begonnen, doch noch halb unbewussten, Lehrzeit folgte dem Fund des Buches Mormon im Abstand von zwei Tagen.</p>
<p>Ich schlenderte durch das Mühlheimer Einkaufsviertel und betrachtete müßig, doch bereits zum 57. Male, mein erstes Buch, als ich von einem Unbekannten aus einem Fenster des ersten Stockwerkes eines zwischen Ladenlokalen gequetschten Wohnhauses mit unheimlicher Stimme angerufen wurde: „Heda, wirf den Faschodreck lieber weg! Ha Ha. Hier!“ Im Verein mit dem „Hier!“ schleuderte mir der Fremde ein winziges, rotes Büchlein ins Antlitz. „Worte des Vorsitzenden…“ stand dort fragmentarisch auf dem roten Kunststoffeinband gedruckt. Nein, auch der Kommunismus vermochte es nicht, mich einzufangen. Doch, man ahnt es schon, die Natur des Sammlers begann sich nun in immer schärferen Konturen zu manifestieren.</p>
<p>Die folgenden Jahre waren harte Jahre. Ich litt viel. Da waren Hunger, Durst, Kälte. Da waren Einsamkeit, Krankheit und Schmerz. Doch all dies war nicht das Leid: Es kostete mich unglaubliche Mühen, die gesammelten Werke (und es wurden beständig mehr!) zunächst in ihrem Wortlaut zu verstehen, und sie sodann auch geistig zu durchdringen.</p>
<p>Es veränderte mich, bezwang mich und mein Leben, wie ich die Worte bezwang, es machte sich meine Person und Leben zu Eigen, wie ich mir die Leben der Anderen.</p>
<p>Im dritten Jahr meiner Wanderschaft wurde deren Ende gleichsam erzwungen durch ein einfaches Stück Physik: Ich besaß nun einfach zu viele, zu schwere Bücher, um diese mit mir führen zu können. Mein Einkaufswagen hatte sein maximales Fassungsvermögen endgültig erreicht; ich brauchte eine Wohnung.</p>
<p>Nun, eigentlich benötigte ich einen Bibliotheksraum, ein Bücherlager. Wie ich zu meiner Wohnung kam, ist hier nicht von Interesse, doch warum es zu meiner Wohnung kam, sehr wohl. Viele Freunde, von denen mir einige allerdings ein wenig suspekt zu sein schienen, begleiteten mich jetzt durch mein Leben, statt „Freunde“ sollte ich wohl deshalb eher `Familie` sagen. Wenn ich eben noch von der Einsamkeit dieser Jahre sprach, so ist es die Einsamkeit des Stummen, der hört und weiß, doch der es niemals vermag, das ganze Eigengewicht seines Lebens dem mal drückenden, mal ziehenden, Strom des Lebens anzuvertrauen oder entgegen zu werfen: Er bleibt letztendlich der Spielball des sprechenden Willens.</p>
<p>Es wurde eine Wohnung, da in einer Wohnung auch ein Schreibzimmer  Platz fand.</p>
<p>Bereits im fünften meiner Lehrjahre bestand ich meine `Zwischenprüfung`, doch sei hier gleich gesagt: Es ging gerade so.</p>
<p>Eine Obdachlosenzeitung veröffentlichte einen meiner ersten Artikel und zugleich meine erste Publikation: Rousseau – ein dichtender Tippelbruder“.</p>
<p>Es verging daraufhin eine kurze Weile bis zu meiner nächsten Veröffentlichung, diesmal für eine gemeinnützige Organisation internationalen Ranges. Ich bekam sogar Geld für: „Nietzsche – Der gefallene Engel“. Ab da gab es kein Halten mehr: Ich fiel und fiel und fiel – aufwärts.</p>
<p>Mein Versuch, unauffällig gegen das am Rednerpult befestigte Mikrophon zu klopfen, um die Aufmerksamkeit der Anwesenden kurzzeitig von mir ab und dem Mikrophon zuzuwenden, wurde mittels Applaus entlarvt. Ich sprach über Kant und seine Bezüge zu Machiavelli. Ausführlich. Dann: Der Chiliasmus Adolf Hitlers und seine Bezüge zu dem jungen Siddharta. Ausführlicher.</p>
<p>Doch es brachte alles nichts. Alles. Nichts. Niemand stand auf und ging.</p>
<p style="text-align:justify;">Niemand erhob sich, um Fragen zu stellen. Da war kein Mensch zu sehen, der wenigstens leisen Zweifel am Gesagten zu hegen schien. Das leere, stumpfe Kollektiv der Zuhörerschaft wartete geduldig auf den eigentlichen Akt der Literaturpreisverleihung, der so obligatorisch war wie meine Rede. Ich unterbrach mich abrupt, stockte, hustete, und verließ diesen Saal, das Gebäude, die Stadt, und schließlich die Wohnung mit dem Schreibtisch, wie auch meine Bücher.</p>
<p>Menschen sammeln. Alle. Doch gibt es wenige, die einen bestimmten Artikel und damit diesen Titel wahrhaft verdienen. Der Schlüssel ging seinen Weg und es machte `Klick`: Meine Lehrzeit war beendet.</p>
<p>Erst gestern gab mir jemand einen fast neuen Regenschirm.</p>
<p>„Erfüllen Sie sich doch Ihre individuellen Wünsche!“</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/verhinderter.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/verhinderter.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/verhinderter.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/verhinderter.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/verhinderter.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/verhinderter.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/verhinderter.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/verhinderter.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/verhinderter.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/verhinderter.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/verhinderter.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/verhinderter.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/verhinderter.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/verhinderter.wordpress.com/65/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=65&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Von Ost und West, Glaube und Ringelschwänzen</title>
		<link>http://verhinderter.wordpress.com/2009/06/29/von-ost-und-west/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 16:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>verhinderter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben Sie in letzter Zeit einmal versucht, etwas über die Verhältnisse in Indien und Pakistan herauszufinden? Wie steht’s denn mit der Europawahl? Wissen Sie, warum Irland sich so unsinnig quer stellt, beim Vorantreiben der Zerstörung auch des letzten Bisschen Demokratie in der EU? Nicht zu vergessen den aggressiven Russen, der einfach nicht verstehen will, wo [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=54&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Haben Sie in letzter Zeit einmal versucht, etwas über die Verhältnisse in Indien und Pakistan herauszufinden? Wie steht’s denn mit der Europawahl? Wissen Sie, warum Irland sich so unsinnig quer stellt, beim Vorantreiben der Zerstörung auch des letzten Bisschen Demokratie in der EU? Nicht zu vergessen den aggressiven Russen, der einfach nicht verstehen will, wo sein Platz ist in der Welt. Sicherlich haben Sie sich auch mit der Klimaerwärmung und der Gelben Gefahr auseinandergesetzt. Ganz sicher. Warum Sie das getan haben? Na, um informiert zu sein. Um alle Zeit sagen zu können: Ich hab was getan. Ich war subversiv tätig. Ich hab mich nicht hinters Licht führen lassen. Haben Sie nicht?</p>
<p style="text-align:justify;">Zumindest reicht es nicht, um Sie als freiheitlich gesonnenes Subjekt der Absolution teilhaftig werden zu lassen. Weder einer weltlich-politischen Absolution, noch einer religiös-theologischen. Dafür fehlt nämlich das Prädikat. Das Prädikat Sinn. Es ist natürlich gut und wichtig, sich zu informieren. Doch das, was allein zur, vielleicht humanistisch zu nennenden, Absolution führen könnte, wird leider viel zu selten praktiziert. Nämlich das Schauen auf den eigenen Kontext. Sowie eine angemessene Reaktion auf das Erschaute. Dann wollen wir mal. Auf nach Iran. Und in den Westen.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Augen der Welt ruhten für einige Wochen auf der Islamischen Republik, Vokabeln wie: Der Wächterrat, Musawi, Ahmadinejad<em>,</em> Die Grüne Revolution und andere beherrschten unsere Medienlandschaft, beherrschen sie jetzt noch. Jeder Bundesbürger fühlte und fühlt sich dazu berufen, ein Urteil über die Geschehnisse abzugeben. Mal ist Iran eine Pseudo-Republik der bösen Islamisten, dann wieder ein Staat voll von armen, unterdrückten Arabern, die sich der Knute einer aggressiven, unverständlichen Religion und deren Führer beugen. Ob Araber oder Perser, interessiert hier bereits keinen mehr, von der Glaubwürdigkeit der einzelnen Informationsquellen mal ganz abgesehen. [<em>siehe dazu:</em><a style="text-decoration:none;" title="Pemanent-Link: Iran-Wo kommt unsere Wahrheit her?" rel="bookmark" href="../2009/06/17/iran-wo-kommt-unsere-wahrheit-her/">Iran-Wo kommt unsere Wahrheit her?</a>]</p>
<p style="text-align:justify;">Sieht man sich eine Vielzahl von Kommentaren aus der westlichen, jedoch islamischen, Gesellschaft an, glaubt man genauso wenig an irgendwelche Vernunft. Da wird sich gefreut, gelacht und hämisch feixend die Hände gerieben. Endlich wird offenbar, wie verlogen der Westen die letzten Jahrzehnte mit dem Rest der Welt umgegangen ist. Herrlich, wie leicht ersichtlich doch die bisher ausgeübte Hegemonie über einen großen Teil des Erdballes immer schwächer wird, wie der Westen wirtschaftlich zugrunde geht. Schließlich wehrt sich ja das eigene Volk schon gegen die westliche Führungsriege. So weit, so gut. Es stimmt. Ob das jedoch ein Anlass zur Freude für irgend jemanden ist, soll, erst einmal, dahin gestellt bleiben.</p>
<p style="text-align:justify;">Es bahnt sich eine Zeit ihren Weg, in der wir alle die Möglichkeit bekommen, uns zu bessern. Die Arabische Welt soll sich freuen. Sie hat Grund dazu. Endlich ist eine Zeit angebrochen, in der es möglich zu sein scheint, arabische und westliche Kulturen einander zu schenken. Ja, zu schenken. Nicht zu assimilieren, zu okkupieren, zu usurpieren, oder zu missionieren, sondern sich gegenseitig zu beschenken. Dies wird nur möglich, indem das bisher herrschende Gefälle von West nach Ost wieder korrigiert wird. Das passiert gerade. Zu lange schon funktioniert der Kulturaustausch beinah ausschließlich von West nach Ost. Was uns im Westen bereits lange fehlt, ist die Befruchtung durch fremde Kulturen. Ohne ständige Assimilation ist jede Kultur zur Degeneration verurteilt. Auswüchse dieser Degeneration spüren wir zurzeit, gerade in Deutschland, sehr stark [<em>siehe dazu:</em><a style="text-decoration:none;" title="Pemanent-Link: Wie Phoenix aus der Asche" rel="bookmark" href="../2009/06/15/wie-phoenix-aus-der-asche/"> Wie Phoenix aus der Asche</a> <em>und</em> <a style="text-decoration:none;" title="Pemanent-Link: Es lebe die BRD" rel="bookmark" href="../2009/06/04/es-lebe-die-brd/">Es lebe die BRD</a>]. Ist ein Gegensteuern möglich?</p>
<p style="text-align:justify;">Schwierig wird dieses Unterfangen in jedem Fall, aus mehreren Gründen. Zum einen ist es auch für einen informierten und offenen Menschen, gleich welcher Kultur entstammend, beinahe unmöglich, jedes Stück Propaganda seiner Regierung oder auch Kultur zu erkennen, geschweige denn, mit den eigenen, nicht als solche erkannten, Vorurteilen aufzuräumen. Zum anderen sollte man den Aspekt der Religion nicht vergessen. Hierzulande heißt es meist nicht viel, getaufter Christ zu sein. Unsere Ethik ist zwar noch stark geprägt von unseren kirchlichen Wurzeln, gleich welcher Konfession, doch diese spielen eine zunehmend geringere Rolle in der Gesellschaft und sind, darüber hinaus, für die meisten nicht mehr nachvollziehbar. Ob dies ein bis in die Zukunft andauernder Zustand sein wird, ist jedoch höchst ungewiss. Zeiten materieller Armut sind auch immer Zeiten erstarkender Religiosität, weshalb es keineswegs sicher ist, dass unsere westliche Bevölkerung weitgehend säkular, und damit dahingehend sauber, bleibt.</p>
<p style="text-align:justify;">Wagen wir an dieser Stelle einen Blick Richtung Osten, so wird klar, dass die Arabische Welt gänzlich anders aufgestellt ist. Hier ist die Religion zentraler Aspekt des täglichen Lebens, aus diesem überhaupt nicht weg zu denken. Wie soll man, von westlicher Seite her gesehen, damit denn umgehen?</p>
<p style="text-align:justify;">Das ist doch eindeutig ein, naja, wie soll man sagen, primitiver Anachronismus, den die Araber sich da leisten. Wie unvernünftig. Religion hat man, um sie zu pflegen, sie ab und an mal anzuschauen, sich zu erinnern. Aber geschäftlich ist Religion nur im Weg. Soviel zum Westen. Seltsam daran ist, wie elegant im Westen der, traditionell ja vielzitierte, `Werteverfall` genau dann tatsächlich lediglich zitiert wird, wenn es um das raffgierige Verhalten unserer eigenen Führungseliten geht. Von den Hauptakteuren unserer, hausgemachten, Finanz- und Wirtschaftskrise wurde, über bloße Lippenbekenntnisse hinaus, nichts weiter verlangt.</p>
<p style="text-align:justify;">Wieder gen Osten gewandt, hört man dann den Ruf der islamischen Mission, sich über die Welt verbreiten zu wollen. Die jüngsten Entwicklungen befeuern diesen Anspruch zusätzlich, da die doppelzüngigen Strategien und Verfahrensweisen des Westens gegenüber den meisten Teilen der Welt zurzeit für alle offensichtlich ist. Das beunruhigt. Warum es das tut, liegt recht klar auf der Hand, denn was Du nicht willst, das man Dir tu… Oder: Das eine Schwein soll das andere nicht Ringelschwanz rufen…</p>
<p style="text-align:justify;">Sollen wir im Westen denn jetzt auf einmal demütig werden und die andere, längst vergessene, Wange auch noch hinhalten? Und das, obwohl wir uns den ersten Schlag selbst versetzten? Mitnichten. Denn so einfach ist es dann auch wieder nicht. Der vom Westen bisher praktizierte Kulturkrieg ist nun einmal doch etwas anderes als ein rein religiöser Missionarskrieg. Geht es im ersteren Fall zwar ebenfalls um die Macht, so geht es doch in erster Linie um die Macht über die Märkte. Im Falle der VAE, bspw., ist es dem Westen ja auch völlig egal, welcher Religion die dortigen Menschen anhängen. Selbst die Staatsform und ob Menschenrechte, nach unserer Vorstellung, eingehalten werden, spielt keine Rolle in den Beziehungen. Solange die VAE bereit ist, Porsche und andere Unternehmen mit ihrem Geld zu beglücken, und westliche Firmen auf den heimischen Markt lassen.</p>
<p style="text-align:justify;">Also sind wohl doch die Iraner schuld. Wenn der Westen doch nur freie Märkte will, dürfte es ja kein Problem geben, oder?</p>
<p style="text-align:justify;">Der Westen will aber nicht teilhaben, er will haben. Das ist das Problem. In Iran sieht es nicht anders aus. Jeglicher Missionierungsanspruch dient in Wahrheit doch nur der Aufrechterhaltung des überholten Systems. Beider Seiten. Gierschlünde beider (oder besser: aller) Parteien wollen die Macht für sich und ihre Cliquen erhalten. Offensichtlich ist jedoch keiner der Beteiligten bereit, die Defizite im eigenen Land direkt anzupacken. Das geht nämlich auch ohne dem Anderen die Schuld für das eigene Regierungsversagen zu geben. Aussenpolitik kann keine innenpolitischen Wunden heilen und auch keine Reformen ersetzen.</p>
<p style="text-align:justify;">Es wäre doch sinnvoll für unsere Regierungen, und uns Bewohner von Ost und West, den Hochmut fahren zu lassen. Besonders, was den Glauben anbelangt. Und den Unglauben. Gläubige sind weder zwanghaft borniert, noch unfähig zur Vernunft. Genauso verhält es sich mit Ungläubigen.</p>
<p style="text-align:justify;">Nur mit Vorsicht sind auf jeden Fall alle zu genießen. Und mit Respekt. Damit es auch wirklich zum Genuss für alle werden kann. Obacht.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/verhinderter.wordpress.com/54/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/verhinderter.wordpress.com/54/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/verhinderter.wordpress.com/54/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/verhinderter.wordpress.com/54/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/verhinderter.wordpress.com/54/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/verhinderter.wordpress.com/54/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/verhinderter.wordpress.com/54/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/verhinderter.wordpress.com/54/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/verhinderter.wordpress.com/54/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/verhinderter.wordpress.com/54/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/verhinderter.wordpress.com/54/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/verhinderter.wordpress.com/54/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/verhinderter.wordpress.com/54/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/verhinderter.wordpress.com/54/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=54&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Mord! Postmodernismus tötet Aufklärung</title>
		<link>http://verhinderter.wordpress.com/2009/06/24/mord-postmodernismus-totet-aufklarung/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 16:52:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>verhinderter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Foucault ist schuld. Ich weiß, er hatte nur das Beste für uns alle im Sinn, aber wie das nun mal so ist mit großen Errungenschaften, oft pervertieren sie ihren ursprünglichen Schöpfungsgedanken. Wie auch hier. Foucault war angetreten, das Individuum in eine realistischere Wahrnehmung seiner eigenen Bedeutung für die  Welt zu leiten. Er sagte mit seinen Thesen dem Hochmut der Kulturen, wie einzelner Menschen, den Krieg an. Schauen wir mal, wie es heute darum bestellt ist:<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=43&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Foucault ist schuld. Ich weiß, er hatte nur das Beste für uns alle im Sinn, aber wie das nun mal so ist mit großen Errungenschaften, oft pervertieren sie ihren ursprünglichen Schöpfungsgedanken. Wie auch hier. Foucault war angetreten, das Individuum in eine realistischere Wahrnehmung seiner eigenen Bedeutung für die  Welt zu leiten. Er sagte mit seinen Thesen dem Hochmut der Kulturen, wie einzelner Menschen, den Krieg an. Schauen wir mal, wie es heute darum bestellt ist:</p>
<p>Der Einzelne ist nichts und doch alles, er ist der dezentrale Antrieb, ohne den die Welt nicht funktionieren würde. Doch gleichzeitig ist ihm jede Hoffnung genommen, seinem Kontext aus eigener Kraft zu entfliehen. Er ist verdammt. Verdammt dazu, dem Kollektiv allein durch seine lebendige Existenz zu dienen, sich selbst als austauschbar anzusehen. Die selbst wahrgenommene Eigenleistung in der Erkenntnis ist nichts, denn Erkenntnis ist Menschenwerk und muss damit irrational sein. Unsere Wissenschaften sind nichts als eine soziokulturelle Konstruktion.  Jegliche Wahrheit, durch die Gitterstäbe unseres Gefängnisses aus Sprache gepresst, verkommt zu formlosem Gestammel, einem Exkrement der Göttin Wahrheit, welches nunmehr allein dazu taugt, von Gewissenlosen aufgelesen und neu geformt zu werden.</p>
<p>In den letzten paar Dekaden führte dies zu einer Atmosphäre, in der nicht alle überleben konnten. Die Aufklärung und ihre Ideen jedenfalls, waren hiermit zum Aussterben verurteilt. Die edelste Idee der Aufklärung war wohl der Geniegedanke. Das Genie ist in der Lage, Determinismus und Empirie hinter sich zu lassen, ein Mehr aus seinem Selbst zu schöpfen. Dieses Mehr geht in seinen Ergebnissen weit über das hinaus, was Genetik und erzieherischer Kontext in Folge des Neoliberalismus eigentlich zulassen. Man könnte glatt vermuten, Gott hätte seine Finger in diesem Spiel. Aber der ist ja auch schon tot. Wie das Genie. Doch war Foucault tatsächlich nicht der Mörder des Genies. Vielmehr war er der Genialität teilhaftig, als er uns seine Mahnungen schenkte. Die Wissenschaft nahm sich ihrer an. Und schaffte Wissen. Die Politik wusste daraufhin die gewonnen Mechanismen und Einblicke ins System genauso zu nutzen wie die Wirtschaft:</p>
<p>Ein Bürger, der sich seiner relativen Machtlosigkeit im System bewusst ist, und genau zu wissen glaubt, dass er absolut ersetzbar ist, ist ein Glücksfall für jede Regierung und jeden Arbeitgeber. Denn was liegt näher, als daraus neoliberale Schlüsse von der Eigenverantwortlichkeit des Individuums zu lesen. Dass der desillusionierte Bürger um seine eigene Bedeutungslosigkeit weiß, ist der Grundstein für die, systemimmanent folgerichtige, Anstrengung die dieser unternimmt, attraktiver für das System zu werden. Diese Möglichkeit bietet der Staat uns natürlich gern. Da  der Einzelne nicht einmal den Bruchteil des Systems wert ist, in dem er implementiert ist, ist damit die Wertigkeit des Individuums für die Gesellschaft relativiert. Er ist ersetzbar. Statt also Foucaults Erkenntnisse zu einer Kritik, vor allem des Staates und der Wertigkeit verschiedener Kulturen, zu nutzen und Demut zu lernen, pervertiert unsere Gesellschaftselite diese Gedanken, um ein weiteres, subtiles Machtinstrument im Kampf gegen seine Bürger zu missbrauchen.</p>
<p>Glauben Sie an sich. Glauben Sie an Ihr Genie. Und das Ihrer Kinder. Glauben Sie an den Menschen und seine Einzigartigkeit. Schöpfen Sie aus sich. Entwachsen Sie den engen, drückenden Kinderschuhen unserer postmodernen und neoliberalen Welt. Wehren Sie sich gegen die Marginalisierung des Individuums. Oder sollen auch Ihre Gedanken systemimmanent bleiben? Obacht.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/verhinderter.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/verhinderter.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/verhinderter.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/verhinderter.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/verhinderter.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/verhinderter.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/verhinderter.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/verhinderter.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/verhinderter.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/verhinderter.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/verhinderter.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/verhinderter.wordpress.com/43/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/verhinderter.wordpress.com/43/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/verhinderter.wordpress.com/43/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=43&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>SIE, das denken und DIE KRISE</title>
		<link>http://verhinderter.wordpress.com/2009/06/23/sie-das-denken-und-die-krise/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 17:31:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>verhinderter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für ein Leben führen Sie? Gehen Sie arbeiten? Zur Schule? Studieren? Sind Sie arbeitslos? Oder Frührentner? Sie könnten auch arbeitsunfähig sein. Vielleicht aufgrund einer Behinderung. Egal, was davon zutrifft, oder auch nicht, wenn Sie die Frage nach Ihrem Leben tatsächlich versucht haben zu beantworten, haben Sie den ersten Schritt getan.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=verhinderter.wordpress.com&amp;blog=7924738&amp;post=38&amp;subd=verhinderter&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was für ein Leben führen Sie? Gehen Sie arbeiten? Zur Schule? Studieren? Sind Sie arbeitslos? Oder Frührentner? Sie könnten auch arbeitsunfähig sein. Vielleicht aufgrund einer Behinderung. Egal, was davon zutrifft, oder auch nicht, wenn Sie die Frage nach Ihrem Leben tatsächlich versucht haben zu beantworten, haben Sie den ersten Schritt getan. Sie wechselten Ihre Perspektive, schauten sich einen Moment lang selbst an. Machen wir weiter. Reflektieren Sie mal: Ihr Geschlecht, Alter, sexuelle Neigung, Wohnort und –Milieu, immer weiter. Bauen Sie an einem virtuellen Modell Ihrer selbst und betrachten es. Und nun konzentrieren Sie sich auf Ihre Umwelt. Spielen Sie „Sims“ im Kopf. Dehnen Sie den Radius Ihrer Vision aus, beziehen Sie alles mit ein, was nur irgendwie mit Ihnen verknüpft ist.</p>
<p>Bis Ihnen der Kopf platzt.</p>
<p>Wenn Sie dies häufig genug geübt haben, sind Sie gestählt! Auf geht’s, in die Welt der großen Spekulationen und Widersprüche. Jetzt wird es ernst. Wir reden von DER KRISE.</p>
<p>Wie geht es wohl weiter? Geht’s überhaupt weiter? Gibt es ein Morgen? Ja, gibt es. Keine Angst. Und vor allem keine Panik. Bereits 2010 ist mit einer Stabilisierung der Wirtschaft zu rechnen. Spätestens 2011. Wenn es dann nicht sogar schon einen Konjunkturanstieg gibt. Also, spätestens dann gibt’s den.</p>
<p>Soviel zu dem Grundtenor unserer Sendeanstalten und ihrer Experten. Glauben Sie das? Also ich nicht. Sie doch auch nicht, oder? Da ist nämlich dieses Gefühl. Sie wissen schon. Es ist nicht mehr so wie ehedem. Es hat sich etwas Entscheidendes geändert in der Welt. Zumindest in meiner. Mein Freund sagt das auch. Wir spüren es doch alle. Nur was genau das ist, ist wirklich schwer zu beschreiben. Sie und ich, wir haben uns eben nicht richtig angestrengt. Wechseln Sie besser nochmal die Perspektive. Ich mach mit.</p>
<p>Während uns also ein Großteil der Medien zu versichern sucht, dass alles in Ordnung ist, scheint das nicht zu stimmen. Alle Beteiligten erscheinen unruhig. Laut ihrer Aussage stimme etwas nicht, habe sich etwas verändert.</p>
<p>Das ist nicht weiter erstaunlich, denn die Arbeitslosigkeit in der EU hat sich bereits drastisch erhöht, auch in der BRD. Hartz IV-Empfänger beginnen zu ahnen, dass Sie UND ihre Nachkommen in der Welt der Erwerbstätigkeiten fortan unerwünscht sind. Viele Haushalte können bereits jetzt schon nicht mehr vernünftig im Winter heizen. Energie ist unglaublich teuer. Sie sind es, verehrter Bürger, der DIE KRISE durchleidet. Es gibt welche, die erleben sie nur. Manche als Chance zu mehr Macht.</p>
<p>Die Außenpolitik der sich neu formierenden Blöcke wird immer unverhohlener in ihrer Aggressivität. Der bundesrepublikanische Mantel des Schweigens, die ehemals blickdichte Barriere vor Krieg und Elend der Welt, ist heutzutage rissig geworden. Die BRD ist `schon lange` wieder ein souveräner Staat, und hat somit solche Scharaden nicht mehr nötig. Sie ist ein Global Player. Und sie weiß es. Wenige Bürger Europas und der BRD glauben noch, dass Pressefreiheit oder persönliche Freiheit existieren, für die meisten sind es Fossilien wie der Datenschutz. Unsere Regierung muss sich anscheinend keine Mühe mehr geben, besonders moralisch integer zu tun. Unsere Soldaten kämpfen in der ganzen Welt, ressourcenabhängige Territorialansprüche werden ganz offen angemeldet, „westliche“/“europäische“/“deutsche“ Moralhoheit auch über den letzten Ort der Welt verkündet.</p>
<p>Sie sind derweil mit einer Wirtschaftskrise beschäftigt, die unsere Politiker die Flucht nach vorn antreten ließ. Nach vorne? Wäre ja gut gewesen. Stattdessen geht’s zurück. Ein wilder Ritt auf dem Zeitstrahl.</p>
<p>Der neoliberalen Geist atmende Staat zieht sich aus der Verantwortung zurück. Das ist auch ganz in Ordnung so, denn er hat jetzt wirklich wichtigeres zu tun. Zum Beispiel um Ihre Ressourcen kämpfen. SIE wollen doch weiter Auto fahren! Dann jammern Sie nicht, sondern kümmern Sie sich doch zur Abwechslung mal selbst um Ihre Angelegenheiten. Es sind schließlich Ihre Angelegenheiten. Unser Land steht vor gewaltigen Herausforderungen, da können Sie nicht einfach hergehen, und nach sozialer Gleichheit und Sicherheit fragen. Das fällt genauso in Ihren Zuständigkeitsbereich, wie Ihre  Zähne. Und die Bildung Ihrer Kinder. Sie hätten es auch besser haben können. Mit einem ordentlichen Job kann man sich nämlich auch ordentliche Kinder leisten. Sonst lassen Sie es lieber, und bezahlen regelmäßig Ihre Versicherungen.</p>
<p>Dieses Gefühl, dass Sie haben… Das ist schon richtig so. Keine Sorge. Obacht.</p>
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